Test Hot Wheels – Race Off: Kleine Autos ganz groß

von Michael Orth am 6. Juni 2017
Item Reviewed

Test Hot Wheels – Race Off: Kleine Autos ganz groß

Author

Kleine Flitzer gehörten für mich als autoliebenden Knirps zur Kinderzimmer-Grundausstattung. Matchbox, Siku, Majorette, dazu noch Darda und Carrera als interaktives Spielzeug. Aber Hot Wheels? Die waren in Deutschland, damals in den 70ern, noch ein ziemlicher Exot. Dabei blickte ich durchaus neidisch auf die Mattel-Konkurrenz, brachten die Ami-Modelle doch gleich ihre eigenen biegsamen Plastikschienen samt allerlei Actionelementen mit.

Genau darum geht es auch bei Race Off: Typische Hot-Wheels-Kurse mit diversen originalen Hot-Wheels-Modellen zu bezwingen. Tatsächlich ist hier das Ziel das Ziel – und der Weg dahin zwar unkompliziert, aber auch ziemlich beschwerlich. Es gilt nicht nur diverse Hindernisse zu überwinden, Lücken in der Piste führen bei einem Absturz sogar zum sofortigen Scheitern. Ebenso, wenn der Wagen wie ein hilfloser Käfer auf dem Rücken liegt. Und schließlich sollte keiner der Benzinkanister verpasst werden, sonst bleibt man mit trockenem Tank liegen. Denn die Kisten saufen, dass selbst ein 1:1-Muscle-Car blass vor Neid wird.

Hupfdohlen aus Stahl

Für Anspruch sorgen nicht zuletzt die (bislang) 25 verschiedenen Hot Wheels selbst. Dabei gibt sich die Steuerung an sich extrem simpel. Mehr als Gas geben und Bremsen (und in der Luft die Nase ausrichten) muss ich eigentlich nicht machen. Doch großes Lob an die Entwickler: So einfach sich die Boliden grundsätzlich fahren, so schwer sind sie komplett zu beherrschen. Da wäre zum einen die enorm feinfühlige und im Kontext „real“ wirkende Fahrphysik. Vor allem aber hüpfen und springen die Autos andauernd; sie fahren mehr auf zwei denn auf vier Rädern. Perfektes Timing ist somit der Schlüssel zum Sieg. Die Kunst besteht darin, immer zum passenden Zeitpunkt festen Boden unter den Rädern und somit ordentlich Grip zu haben. Nicht zuletzt, um die mitunter heftigen Steigungen zu schaffen.

Dass Race Off ein wirklich vorzügliches Spiel geworden ist, liegt aber nicht nur an der hervorragenden Fahrbarkeit. Für anhaltende Motivation sorgen die zwar wenig innovativen, aber kunstvoll ineinander verwobenen Mechanismen. Nichts ist Selbstzweck, alles ergibt einen Sinn, das Eine bedingt jeweils das Andere. So sind zum Beispiel die Auswirkungen des Fahrzeug-Tunings nicht nur deutlich spürbar, sondern mitunter auch zwingend nötig, um eine Strecke überhaupt bezwingen zu können. Und ein voll aufgerüstetes Gefährt kann ich kostenlos gegen ein anderes, besseres Modell tauschen.

f2p der eleganten Art

Zum positiven Gesamteindruck passt die zurückhaltenden Art der Monetarisierung. Der Einsatz von Echtgeld ist zwar möglich, aber selbst bei weniger begabten Piloten kaum nötig. Passend dazu weist Race Off auch nur sehr selten und dezent auf diese Möglichkeit hin. Eine Gängelung des Spieler in Form von Zwangs-Wartezeiten oder Ähnlichem fehlt völlig. Noch am ehesten nerven die eingeblendetenWerbung in Form eingeblendeter Spielevideos. Aber selbst diese taucht nur ca. alle 25 Rennen auf.

 

 

 

 

Das ist gut

- feinfühlige Fahrphysik
- geschickt verwobene Spielmechanismen
- schöne Fahrzeugauswahl
- herausfordernd, aber nicht unfair
- angenhmes f2p-System

Das ist schlecht

- Strecken wenig abwechslungsreich
- Sound auf Dauer eher nervig

Bewertung
Unser Rating
User-Bewertung
Hier bewerten
Gesamtwertung
8.5
Fazit

Ein überraschend motivierendes und herausforderndes Rennspiel. Es spricht nicht nur Einsteiger und Fans der echten kleinen Flitzer an, sondern gehört dank der ausgefeilten Fahrphysik auch Funracer-Profis zu den besten Titeln dieser Art.

8.5
Gesamtwertung
User-Bewertung
Du hast dies bewertet
Kommentare
Antworten

Antwoten


*

Gesamtwertung

Schriften von Google Fonts. Icons von Fontello. Ganzes Impressum hier »