Test Euclidean Lands: Der Würfel ist gefallen

von Michael Orth am 28. März 2017
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Test Euclidean Lands: Der Würfel ist gefallen

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Manche Spiele machen es mir selbst bei akuter Schreibunwilligkeit recht einfach. Zungenbrecher Euclidean Lands ist so ein Fall: Mit dem Einstufung als typischer Action-Puzzler ist schon viel gesagt. Als Unterkategorien wären noch „gelange mit deiner Spielfigur zum Ausgang“ und „besiege teils statische, teils sich bewegende Gegner“ zu nennen.

Das soll jetzt gar nicht hämisch klingen. Doch die krude Mischung aus Zauberwürfel-artigen Spielwelten und antiken grischischen Streitern wirkt arg konzeptlos. Atmosphäre geht jedenfalls anders. Zumal man die Grafik an einem guten Tag stilsicher, an einem schlechten übertrieben nüchtern nennen kann. Euclidean Lands leidet dabei auch ein wenig unter der momentanen Schwemme an Action-Puzzlern. Und wenns schon am Äußeren hapert, sollte es wenigstens ein spielerisches Schwergewicht sein, um bestehen zu können. Das gelingt zwar im Ansatz, aber nicht durchgehend und in letzter Konsequenz.

Durchaus pfiffig geriet das Grundprinzip. Wir bewegen unsere Spielfigur sowohl direkt als auch indirekt. Letzteres tatsächlich über einen Zauberwürfel-ähnlichen Mechanismus, bei dem wir ganze Ebenen um ihre eigene Achse drehen. Zusätzlich können wir pro Runde ein Feld weiter ziehen – aber nur auf der aktuellen Fläche und nicht über Kanten hinweg. Ziel des Ganzen: Unseren Helden geschickterweise so platzieren, dass er ohne eigene Gefährdung Gegner aus dem Weg räumen kann. Ist die ganze Feindeshorde hinüber, aktiviert sich der Levelausgang.

Auch wenn ein guter Teil – Einfeldbewegung samt Kampfmodus – ziemlich von Square Enix‘ GO-Serie inspiriert zu sein scheint: Euclidean Lands spielt sich trotz der merkwürdigen Kombination an Elementen soweit ganz rund und in sich schlüssig. Allerdings schwankt mir die Qualität über die Zeit hinweg doch etwas zu stark. So ist von echten taktischen Kopfnüsen bis hin zu planlos-stupider Ebenendreherei alles dabei. Von den insgesamt vierzig Level (an sich schon nicht übermäßig viel) hinterlässt vielleicht die Hälfte einen bleibenden Eindruck.

Ohne die Phrasendreschmaschine anwerfen zu wollen: Euclidean Lands entpuppt sich als (sehr) solider Titel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nicht ganz klar bin ich mir allerdings über das Zielpublikum: Wer selten Action-Puzzler spielt, hat genug echte Highlights zur Auswahl. Wer das Genre hingegen regelmäßig konsumiert, dem wird hier das wirklich Besondere fehlen.

 

 

 

 

Das ist gut

- konsequente Mischung aus Action und Puzzles
- nettes Würfeldreh-Element
- teilweise sehr anspruchsvolle Level

Das ist schlecht

- nüchterne Grafik
- Actionpart von Hitman GO "entliehen"
- Qualität der Level stark schwankend

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Hinter dem etwas kruden Mix der Stil- und Spielelemente steckt ein gutklassiger Titel, der konsequent gleichermaßen auf Puzzle- wie Actionelemente setzt.

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