Guide Tischelin: Die Zen-Pinball-Enzyklopädie III

von Michael Orth am 27. August 2017

Satte 68 Tische umfasst – momentan – die iOS-Version von Zen Pinball. Wer alle haben will, muss weit über 100 Euro dafür löhnen. Auch wenn man das früher schnell bei einem einzigen Kneipenflipper loswurde – so viel Geld werden wohl die wenigsten Flipperfreunde berappen wollen. Welche also kaufen? Als kleinen Leitfaden werde ich die nächsten Monate jeden einzelnen Tisch besprechen. Natürlich gehen auch bei Flippertischen die Meinungen stark auseinander. Trotzdem gibt’s auch meinen persönlichen Meinungs-Senf mit dazu – basierend auf halbwegs objektiven Kriterien wie Anspruch, Detailreichtum, Spielbarkeit, Missionen und optische Attraktivität.

Folge 3: Wild West Rampage

Viele der insgesamt 15 Zen-eigenen Originaltische gehören zu meinen Favoriten. Das hat diverse Gründe: Erstens lassen mich viele der Nerd-Lizenzen eher kalt (Marvel, Star Wars, Fox…), zweitens kamen die meisten Designs recht früh auf den Markt. Und das merkt man einfach. Wo später meist – gerne durch Bombast überspielte – Einfallslosigkeit oder Routine vorherrschen, bestechen die Zen-Tische durch Originalität und zündende Ideen. Oder wie Wild West Rampage auch einfach nur mit einer durch und durch gelungenen Gestaltung.

Sicher, die Thematik ist ähnlich ausgelutscht wie ein Bison-Schädel in der Wüste. Aber hier wird es mit all seinen Spaghetti-Western-Klischees großartig und bis ins letzte Detail konsequent umgesetzt. An jeder staubigen Ecke gibt es witzige Details und frische Einfälle zu bestaunen. Dazu spielt sich Wild West Rampage flüssig und abwechslungsreich, sprich: einfach großartig. Jede Rampe, jede Ballfalle, jeder Bumper ist genau da, wo er gefühlt auch hingehört. Bei nur wenigen anderen Flippern der Sammlung hat die Langeweile selbst bei der 47. Partie hintereinander ähnlich geringe Chancen.

Dreimal muss ich allerdings meckern und dafür einen halben Stern abziehen: Der Skill Shot ist zu leicht und dafür punktemäßig viel zu mächtig. Die Mini-Flipper als Missions-Zwischenspiel nerven einfach nur. Vor allem aber kullert der Ball viel zu schnell und oft unkontrollierbar über die Seitenbahnen ins Aus. Das macht den an sich sehr einsteigerfreundlichen Wild West Rampage zu einem Fall für geduldige Profis.

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