Guide Tischelin: Die Zen-Pinball-Enzyklopädie II

von Michael Orth am 11. Juni 2017

Satte 68 Tische umfasst – momentan – die iOS-Version von Zen Pinball. Wer alle haben will, muss weit über 100 Euro dafür löhnen. Auch wenn man das früher schnell bei einem einzigen Kneipenflipper loswurde – so viel Geld werden wohl die wenigsten Flipperfreunde berappen wollen. Welche also kaufen? Als kleinen Leitfaden werde ich die nächsten Monate jeden einzelnen Tisch besprechen. Natürlich gehen auch bei Flippertischen die Meinungen stark auseinander. Trotzdem gibt’s auch meinen persönlichen Meinungs-Senf mit dazu – basierend auf halbwegs objektiven Kriterien wie Anspruch, Detailreichtum, Spielbarkeit, Missionen und optische Attraktivität.

Folge 2: Star Wars Pinball: Han Solo

Auch der zweite vorgestellte Tisch in der Reihe entpuppt sich als typisches Kind der Zen Studios. Allerdings wohl als ein eher ungeliebtes: Han Solo weist alle Symptome eines grassierenden Rampen-Fiebers auf. Das hatte ich übrigens bereits bei einem anderen Star-Wars-Tisch, nämlich Das Erwachen der Macht, diagnostiziert. Offensichtlich leiden die Entwickler bisweilen unter einer akuten Tischdesign-Amnesie. Und dann regiert die Einfallslosigkeit. Und zwar in Form von einer Rampe neben der anderen, alle rund um die Tischmitte platziert. Optisch ist das bei der Han-Solo-Spielfläche besonders auffällig – sie erinnert im ersten Moment an ein Bowling-Center, Bahn an Bahn.

Der Eindruck trügt nicht: Das Rampengebolze dominiert auch spielerisch, besonders bei Einsteigern dürfte die Motivation schnell in den Keller sinken. Da hilft es auch wenig, dass sonst vieles passt. Eng ans Original angelehnte Missionen, der Millennium Falcon wurde geschickt und allgegenwärtig ins Geschehen integriert. Dazu gesellt sich von den vielen Sprachsamples bis hin zur Kantinenmusik jede Menge Atmosphäre. Schönauch die Grafik samt ihrer recht erdigen Farbgebung; sie fängt wunderbar das „schmutzige“ Ambiente von Episode IV bis VI ein. Wäre nur Han Solo nicht so eine Rampensau – was in den Filmen für Stimmung sorgt, lässt hier einfach nicht mehr als drei Sterne zu.

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