5 Jahre später Vol. 2: Incoboto

von Michael Orth am 21. März 2017

Lieber Dene Carter,

Du bist eine Person, die viele in der Videospiel-Industrie beneideten. Du gehörtest zu den wichtigen Köpfen bei Bullfrog und hast später die Big Blue Box Studios mitbegründet, um dort als Creative Diector die Fable-Reihe zu gestalten. Irgendwann fingst du aber, dich dort tödlich zu langweilen. Und bist mitten in der Fable-3-Entwicklung gegangen. Einfach so. Du wolltest dein eigenes Ding machen.

Lieber AppStore,

an dieser Stelle kamst du ins Spiel. Seit nunmehr fast 10 Jahren bist du die ideale Plattform für Idealisten wie Dene Carter. (Wobei man über das „ideal“ andieser Stelle natürlich trefflich streiten kann.) Nicht nur, dass auch kleine Teams oder gar Einzelpersonen wieder die Chance hatten, ein Tiotel zu entwickeln und zu veröffentlichen. Sie müssen sich vor allem nicht um den Vertrieb kümmern, früher der Sargnagel für die meisten kleinen Projekte.

Das Ergebnis dieser fruchtbaren Symbiose erschien am 29. Februar(!) 2012 und hört auf den Namen Incoboto. Ein sinniges Datum für dieses Kleinod; zählt es doch bis heute zu den herausragenden Ein-Mann-Projekten. Eine fast makellose Perle, wie sie auch in den fünf Jahren danach nur selten im AppStore auftauchte.

Wer nach Schubladen sucht: Incoboto passt wohl in das überlaufene Action-Puzzler-Genre. Wobei sich die Action hier eher auf Geschicklichkeitseinlagen bezieht, zu bekämpfende Gegner gibt es nämlich keine. Überhaupt verkneift sich das ganze Spiel destruktive Elemente. Sondern transportiert trotz des tieftraurigen Szenarios eine dermaßen hoffnungsvolle Stimmung, dass Incoboto auch über seine Atmosphäre dick punkten kann. Aber im Gegensatz zu vielen anderen iOS-Titeln eben nicht vordergründig, sondern zusätzlich.

Kultfaktor: Niedrig.

Es gehört zu den Grausamkeiten des AppStores, dass die besten Spiele mitunter gandenlos untergehen. Incoboto verkaufte sich zwar nicht wirklich schlecht – in der Anfangszeit rund 30.000-mal  -, in Relation zur Qualität aber auch nicht wirklich gut. So ist es bis heute ein echter Geheimtipp – und noch dazu einer der besten des gesamten Stores.

Frischhaltefaktor: Extrem hoch.

Spielt man heutzutage Incoboto, kommt einem doch Einiges bestens bekannt vor. Da kann das Spiel aber wenig für – Action-Puzzler gehören bis heute zu den beliebtesten Mobil-Genres, entsprechend viele Titel existieren. Zwar hat Entwickler Dene Carter kaum etwas wirklich Neues hervorgebracht. Die fein ausbalancierte Mischung der Elemente sorgt aber bis heute für ein höchst eigenständiges Spielgefühl. Erstaunlich: Das letzte Update gab es im Dezember 2012. Noch erstaunlicher: Trotzdem läuft es einwandfrei, auch wenn iOS über die bescheidene Kompatibilität meckert.

Kostenfaktor: 3,99.

Wie die Technik ist auch der Preis mit 3,99 Euro seit über vier Jahren komplett unverändert. Was auchim Jahr 2017 noch eine lohnenswerte Investition darstellt. Das Ur-Incoboto wurde übrigens speziell für das iPad konzipert. Später folgte noch eine angepasste iPhone-Variante namens Incoboto Mini, die für 1,99 Euro zu haben ist.

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